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Lesungen "Abel, steh auf!" in Mainz und Worms

Darf man die Gräuel der Shoah darstellen? An Gedenktagen, die an die Shoah erinnern, scheint sich das Bilderverbot der hebräischen Bibel in seiner Notwendigkeit zu bestätigen.

Je mehr man in Reden und Kommentaren von diesem unbegreiflichen Ereignis spricht, desto blasser und nichtiger wird es in seiner Wirkung. Die Erinnerung scheint in den grauen Nebeln der Gewohnheit zu versinken. Die Menschen verlieren die Möglichkeit, das Schreckliche, ja Ungeheuerliche dieses Ereignisses zu fühlen und zu empfinden.

Auf der anderen Seite ist es die Pflicht der jüdischenGemeinden, an die Opfer dieses Unrechts zu erinnern.

Um sich aus dieser Schwierigkeit zu befreien, hat die Jüdische Gemeinde beschlossen, unkommentiert ihre Stimmen den literarischen Texten und der Lyrik von Opfern des Nationalsozialismus zu leihen. Sie hofft, diesen Texten werde es gelingen, den Panzer der Gewohnheit und des Alltags zu sprengen, um das Ungeheure des Mordes an den europäischen Juden wieder fühlbar zu machen.

Daher finden am 28.01.2012 um 19 Uhr in der Mainzer Synagoge am Synagogenplatz 1, und am 29.01.2012 um 16 Uhr in der Raschi-Synagoge in Worms zwei Lesungen statt, zu denen wir Sie herzlich einladen möchten.


© Jüdische Gemeinde Mainz